13 Oktober 2026 · Wiedmer Sandra
Kriechende Insekten
Hören Sie ein leises Raspeln im Dachstock oder sind ovale Löcher im Holz sichtbar? Als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer sollten Sie jetzt aufmerksam werden. Denn ein Befall mit dem Hausbockkäfer bleibt oft lange unbemerkt und kann Dachkonstruktionen aus Holz stark beschädigen.
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Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) gehört zur Familie der Bockkäfer. Dieser Holzschädling kommt in der ganzen Schweiz vor und lebt natürlicherweise in Wäldern. Leider befallen die Käfer auch verbautes Nadelholz und sind häufig im Dachgebälk von Häusern anzutreffen. Insbesondere sonnenexponierte Gebäudebereiche wie die Südseite von Dachstöcken bieten den Larven des Hausbockkäfers ideale Entwicklungsbedingungen. Die optimalen Temperaturen für die Entwicklung der Larven liegen bei etwa 28 bis 30 °C.
Der ausgewachsene Hausbock ist dunkelgrau bis schwarz und hat einen weissen Flaum auf dem Halsschild und auf den Flügeldecken. Die Männchen erreichen eine Grösse von 8 bis 16 mm und die Weibchen sind mit 10 bis 25 mm ein wenig grösser. Nach der Paarung legen die Weibchen zahlreiche Eier in Ritzen und Spalten von Nadelholz ab. Je nach Bedingungen können sie mehrere Hundert Eier produzieren.
Aus den Eiern schlüpfen dann im Sommer die Larven, welche sich von den eiweissreichen Nadelholzschichten (dem sogenannten Splint) ernähren. Da die kleinen Larven im Versteckten fressen, bleibt ein Befall oft lange unbemerkt. Es dauert 3 bis 10 Jahre bis sich die Larve schliesslich zum Käfer entwickelt. Erwachsene Hausbockkäfer leben nur wenige Wochen und nehmen während dieser Zeit keine Nahrung mehr auf.
Der Hausbockkäfer gehört zu den gefährlichsten einheimischen Holzschädlingen für verbautes Holz. Er greift ausschliesslich Nadelholz an, wie zum Beispiel Fichte, Tanne, Kiefer oder Lärche. Laubholz hingegen wird von ihm nicht befallen.
Der Hausbock ist ein Trockenholzschädling und kann sich auch in bereits verbautem, relativ trockenem Holz entwickeln. Die Larven bevorzugen eine Holzfeuchtigkeit von etwa 30 %, können sich unter geeigneten Bedingungen aber auch bei deutlich tieferen Werten entwickeln.
Auch das Alter des Holzes spielt eine Rolle. Der Nährstoffgehalt vom Holz bestimmt, wie attraktiv es für den Schädling ist. Bis zu 30 Jahre alte Nadelhölzer sind am stärksten gefährdet, weil der hohe Eiweissgehalt im jungen Splintholz den Larven besonders gute Nahrung bietet. Mit zunehmendem Alter vom Holz nimmt der Nährstoffgehalt stetig ab und dadurch sinkt das Befallsrisiko. Hölzer, die älter als 50 Jahre sind, werden vom Hausbock nur noch sehr selten neu befallen.
Holzfeuchtigkeit im Auge behalten
Schützen Sie das Holz vor Feuchtigkeit und beseitigen Sie Feuchtigkeitsquellen. Eine geringe Holzfeuchtigkeit allein bietet jedoch keinen Schutz vor dem Hausbock.
Bei Neubauten und Renovationen auf Holzschutz achten
Wenn Sie ein neues Haus bauen oder Ihr Zuhause renovieren ist es wichtig, eine Holzart zu wählen, die für die beabsichtige Verwendung passt. Neben den mechanischen und optischen Eigenschaften spielt auch die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge eine Rolle. Weitere Informationen dazu finden Sie beim Bundesamt für Umwelt (BAFU).
Gebrauchtes Holz prüfen
Untersuchen Sie das Holz vor dem Einbau auf Spuren, um einen Befall mit dem Hausbockkäfer nicht ins Haus einzuschleppen.
Holzschutzbehandlung in Erwägung ziehen
Prüfen Sie bei einem erhöhten Befallsrisiko, ob eine Holzschutzbehandlung sinnvoll sein könnte. Chemische Holzschutzmittel sollten nicht vorsorglich eingesetzt werden.
Ovale Ausfluglöcher
Wenn die ausgewachsenen Käfer das Holz verlassen, entstehen ovale Schlupflöcher, welche ca. 5 bis 10 mm gross sind.
Nagemehl und Kot in den Frassgängen
Die Frassgänge der Larven sind mit feinem Nagemehl und holzfarbenen Kotpartikeln gefüllt. Anders als bei einigen anderen Holzschädlingen tritt dieses Material beim Hausbock normalerweise nicht sichtbar aus dem Holz aus.
Hörbare Frassgeräusche
In den letzten Entwicklungsstadien können die Frassgeräusche der Larven mit blossem Ohr hörbar sein.
Unregelmässige Holzoberfläche
Die Holzoberfläche kann durch die darunterliegenden Frassgänge der Larven leicht angehoben oder gewölbt sein.
Gut zu wissen
Andere Insektenarten können einen Hausbockbefall vortäuschen. Denn sie nutzen bestehende Frassgänge für ihre Brut oder zur Überwinterung und stossen dabei altes Bohrmehl aus den Schlupflöchern. Dies erweckt den Eindruck, dass der Hausbock noch aktiv ist, obwohl die Larven nicht mehr im Holz sind.
In der Schädlingsbekämpfung ist die Wärmeentwesung eine umweltfreundliche Methode, bei welcher die Schädlinge durch Hitze bekämpft werden. Der betroffene Raum wird mit speziellen Öfen erhitzt, um so beispielsweise den Hausbockkäfer einschliesslich der im Holz lebenden Larven zu beseitigen. Fachpersonen überwachen die Temperatur während der gesamten Behandlung, um eine wirksame Wärmeverteilung sicherzustellen.
Sie vermuten einen Hausbockbefall? Lassen Sie den Befall von einer Fachperson beurteilen. Denn Frassmehl und vorhandene Ausfluglöcher zeigen noch nicht, dass der Befall aktiv ist. Eine Befallsanalyse klärt, ob im Holz noch Hausbocklarven vorhanden sind und wie stark das Holz bereits beschädigt ist. Anschliessend kann die passende Bekämpfungsmethode festgelegt werden.