8 September 2026 · Sofie Aebsicher
Nager und Marder
Ob Hausmaus in der Küche, Feldmaus im Schuppen oder Waldmaus im Garten: Mäuse begegnen uns an vielen Orten. Einige kommen häufig in der Nähe des Menschen vor, andere leben hauptsächlich in der freien Natur.
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Lernen Sie in diesem Beitrag verschiedene Mäusearten der Schweiz sowie ihre Merkmale, Besonderheiten und Lebensräume kennen.
Name: Mus musculus
Körperlänge ohne Schwanz: 7 – 10 cm
Aussehen: Kleiner, schlanker Körper mit spitzer Schnauze, grossen Ohren und langem, dünnem Schwanz. Das Fell ist meist graubraun bis dunkelgrau und an der Unterseite etwas heller.
Vorkommen: Vor allem in der Nähe des Menschen, bspw. in Wohnungen, Kellern, Dachböden, Lagerräumen, Lebensmittelbetrieben und landwirtschaftlichen Gebäuden. In beheizten Gebäuden kann sie auch während der kalten Jahreszeit aktiv bleiben.
Nest: Hausmäuse bauen ihre Nester an geschützten, dunklen Orten. Dafür verwenden sie unter anderem Papier, Stoff, Dämmmaterial und andere weiche Materialien. In Gebäuden können sich die Nester beispielsweise in Hohlräumen, hinter Verkleidungen oder zwischen Dämmmaterial befinden.
Schäden: Hausmäuse können Lebensmittel und Oberflächen durch Kot, Urin und Haare verunreinigen. Zudem verursachen sie Nageschäden an Verpackungen, Materialien und Kabeln. Besonders in Lebensmittelbetrieben können sie dadurch ein ernsthaftes Hygieneproblem darstellen.
Besonderes: Hausmäuse sind ausgezeichnete Kletterer und können sich durch sehr kleine Öffnungen zwängen. Bereits Spalten von etwa 6 – 7 mm können ausreichen, damit sie in ein Gebäude gelangen.
Name: Apodemus sylvaticus
Körperlänge ohne Schwanz: 8 – 11 cm
Aussehen: Schlanker Körper mit grossen Ohren, grossen dunklen Augen und spitzer Schnauze. Das Fell ist auf der Oberseite braun bis rotbraun und an der Unterseite deutlich heller.
Vorkommen: In der ganzen Schweiz weit verbreitet. Sie lebt vor allem in Wäldern, an Waldrändern, in Hecken, Gärten und Parkanlagen. Im Herbst und Winter kann sie gelegentlich in Schuppen, Garagen oder anderen Gebäuden eindringen.
Nest: Die Waldmaus legt ihr Nest meist unterirdisch oder an geschützten Stellen unter Wurzeln, Steinen oder dichtem Bewuchs an. Als Nistmaterial verwendet sie unter anderem trockenes Gras, Blätter und Moos.
Schäden: In der Landwirtschaft kann die Waldmaus vor allem frisch ausgesäte Kulturen schädigen. In Gebäuden kann sie Vorräte anfressen und durch Kot und Urin verunreinigen. Im Wald und Garten verursacht sie dagegen meist keine grösseren Schäden.
Besonderes: Dank ihrer kräftigen Hinterbeine kann die Waldmaus erstaunlich weit springen. Sprünge von bis zu 80 Zentimetern helfen ihr, sich schnell vor Fressfeinden in Sicherheit zu bringen.
Name: Apodemus flavicollis
Körperlänge ohne Schwanz: 9 – 13 cm
Aussehen: Schlanker Körper mit grossen Augen, grossen Ohren und langem Schwanz. Das Fell ist auf der Oberseite gelblich bis rotbraun und an der Unterseite weiss. Typisch ist das gelbliche Fellband um den Hals, das der Art ihren Namen gibt.
Vorkommen: Vor allem in Laub- und Mischwäldern sowie an Waldrändern. Sie kommt auch in Hecken, Gärten und Parkanlagen vor. Im Herbst und Winter kann sie gelegentlich in Gebäude eindringen, um dort Schutz und Nahrung zu finden.
Nest: Die Gelbhalsmaus nutzt meist unterirdische Baue zwischen Baumwurzeln oder unter Steinen. Häufig übernimmt sie dabei bereits vorhandene Baue anderer Kleinsäuger. Das Nest wird mit weichem Pflanzenmaterial ausgepolstert.
Schäden: Dringt die Gelbhalsmaus in Gebäude ein, kann sie Vorräte anfressen und durch Kot und Urin verunreinigen. Zudem nagt sie an verschiedenen Materialien wie Dämmstoffen, Holz und Verpackungen. Besonders problematisch kann das Annagen von Kabeln sein, da dadurch Kurzschlüsse entstehen können.
Besonderes: Die Gelbhalsmaus ist eine ausgezeichnete Kletterin und kann sogar auf Bäume klettern. Dort sucht sie unter anderem nach Samen, Früchten und Knospen. Durch ihre kräftigen Hinterbeine kann sie ausserdem grössere Sprünge machen.
Name: Microtus arvalis
Körperlänge ohne Schwanz: 9 – 12 cm
Aussehen: Stämmiger Körper mit kurzem Schwanz, kleinen Ohren und stumpfer Schnauze. Das Fell ist auf der Oberseite gelbbraun bis graubraun und an der Unterseite etwas heller.
Vorkommen: Vor allem auf Wiesen, Weiden, Feldern und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Die Feldmaus hält sich überwiegend in Bodennähe auf und ist besonders in offenen Lebensräumen anzutreffen.
Nest: Die Feldmaus lebt in unterirdischen Gangsystemen, die aus miteinander verbundenen Gängen und Nestkammern bestehen. Die Eingänge liegen meist gut versteckt in der Vegetation.
Schäden: Bei zahlreichem Vorkommen kann die Feldmaus erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verursachen. Sie ernährt sich vor allem von Gräsern, Kräutern und Getreide. Neben oberirdischen Pflanzenteilen frisst sie auch Wurzeln und kann junge Gehölze durch das Benagen der Rinde schädigen.
Besonderes: Die Zahl der Feldmäuse kann von Jahr zu Jahr stark schwanken. Unter besonders günstigen Bedingungen können sich innerhalb kurzer Zeit sehr grosse Bestände entwickeln. Solche sogenannten Massenvermehrungen treten vor allem in landwirtschaftlich genutzten Gebieten auf.
Name: Microtus agrestis
Körperlänge ohne Schwanz: 8 – 13 cm
Aussehen: Stämmiger Körper mit kurzem Schwanz und kleinen Ohren, die teilweise im Fell verborgen liegen. Das Fell ist meist graubraun bis dunkelbraun und wirkt etwas struppig. Insgesamt etwas kräftiger gebaut als die sehr ähnliche Feldmaus.
Vorkommen: Vor allem in feuchten Wiesen, Moorgebieten, Waldlichtungen und an Waldrändern. Sie bevorzugt dichte Vegetation und hält sich meist gut versteckt in Bodennähe auf.
Nest: Die Erdmaus legt ihre Nester meist gut geschützt in dichter Vegetation oder knapp unter der Erdoberfläche an. Sie nutzt dafür unter anderem Gras und andere trockene Pflanzenteile. Von dort führen kurze Gänge durch die umliegende Vegetation.
Schäden: Die Erdmaus ernährt sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern und anderen Pflanzenteilen. Bei einem starken Auftreten kann sie Wiesen, Weiden und landwirtschaftliche Kulturen schädigen. Besonders im Winter kann sie zudem die Rinde junger Bäume bodennah benagen und dadurch erhebliche Schäden verursachen.
Besonderes: Erdmäuse sind für ihre starken Bestandsschwankungen bekannt. Unter günstigen Bedingungen können sie sich innerhalb kurzer Zeit stark vermehren und alle paar Jahre grosse Populationen bilden. Solche Massenvermehrungen werden auch als Gradationen bezeichnet.
Name: Micromys minutus
Körperlänge ohne Schwanz: 5 – 7 cm
Aussehen: Sehr kleiner, zierlicher Körper mit kurzer Schnauze und kleinen Ohren. Das Fell ist auf der Oberseite gelbbraun bis rotbraun und an der Unterseite deutlich heller. Kleinste Nagetierart Europas.
Vorkommen: Vor allem in dicht bewachsenen Lebensräumen wie hohen Wiesen, Schilfgebieten und Getreidefeldern. Sie klettert geschickt zwischen Gräsern und Halmen.
Nest: Die Zwergmaus baut kugelförmige Nester aus fein verflochtenen Grasblättern. Diese befestigt sie zwischen Gräsern, Schilf oder Getreidehalmen, meist mehrere Dezimeter über dem Boden.
Schäden: Gilt nicht als Schädling und verursacht in der Regel keine wirtschaftlich bedeutenden Schäden. Auch wenn sie teilweise Getreide frisst, sind nennenswerte Schäden an Kulturen selten.
Besonderes: Sie kann ihren Schwanz als Greifschwanz einsetzen und sich damit an Grashalmen und anderen Pflanzenteilen festhalten. Dadurch kann sie sich geschickt durch hohe und dichte Vegetation bewegen. Sie ist in der Schweiz stark gefährdet und steht auf der Roten Liste. Grund dafür ist vor allem der Verlust geeigneter Lebensräume wie Feuchtgebiete, Brachen und dicht bewachsene Wiesen.
Name: Arvicola amphibius
Körperlänge ohne Schwanz: 12 – 22 cm
Aussehen: Kräftiger Körper mit kleinen Ohren, kurzen Beinen und kurzem Schwanz. Das Fell ist meist dunkelbraun bis graubraun und an der Unterseite etwas heller. Sie wirkt deutlich kompakter als die meisten anderen hier vorgestellten Mäusearten.
Vorkommen: Die Ostschermaus kommt sowohl in Gewässernähe als auch an Land vor. Sie lebt beispielsweise an Bächen, Teichen und feuchten Wiesen, ist aber auch in Gärten und landwirtschaftlich genutzten Flächen anzutreffen.
Nest: Sie gräbt unterirdische Gangsysteme mit Nest- und Vorratskammern. Die Eingänge befinden sich meist direkt am Boden. In Gewässernähe können die Baue auch direkt am Ufer angelegt werden.
Schäden: Vor allem die an Land lebende Form kann in Gärten und landwirtschaftlichen Flächen Schäden verursachen. Sie frisst Wurzeln, Knollen und andere Pflanzenteile und kann dadurch Pflanzen schädigen. Ihre unterirdischen Gänge können zusätzlich den Boden auflockern und Wurzeln beschädigen.
Besonderes: Die aquatische Form der Ostschermaus lebt direkt am Wasser und ist hervorragend an das Leben am und im Wasser angepasst. Sie kann gut schwimmen und tauchen und sucht ihre Nahrung teilweise auch unter Wasser (bspw. Wasserpflanzen oder kleine Fische).
Name: Myodes glareolus
Körperlänge ohne Schwanz: 8 – 12 cm
Aussehen: Bulliger Körper mit kleinen Ohren, kurzen Beinen und kurzem Schwanz. Das Fell ist auf der Oberseite charakteristisch rotbraun bis rötlich gefärbt und an den Seiten etwas heller. Die Unterseite ist grau bis weisslich.
Vorkommen: Vor allem in Wäldern, an Waldrändern und in dicht bewachsenen Gebieten. Sie hält sich bevorzugt zwischen Laub, Gras und dichtem Unterwuchs auf und findet dort Schutz unter Wurzeln, Ästen und Totholz.
Nest: Die Rötelmaus baut ihre Nester meist in natürlichen Verstecken wie unter Wurzeln, Baumstämmen oder dichtem Bewuchs. Teilweise legt sie auch unterirdische Nester an. Als Nistmaterial verwendet sie vor allem Gräser, Blätter und Moos.
Schäden: Die Rötelmaus kann vor allem in Wäldern und Aufforstungen Schäden verursachen. Im Winter nagt sie an der Rinde junger Laub- und Nadelbäume und kann dabei auch mehrere Meter hoch klettern. Werden Bäume rundum entrindet, können sie absterben. Zudem frisst sie Samen, Knospen und junge Pflanzen und kann dadurch die natürliche Verjüngung des Waldes beeinträchtigen.
Besonderes: Rötelmäuse können sich auch unter einer geschlossenen Schneedecke bewegen. Dort bleiben sie vor Kälte und vielen Fressfeinden geschützt und suchen weiterhin nach Nahrung.
In der Natur erfüllen Mäuse wichtige Aufgaben im Ökosystem. Sie dienen zahlreichen Greifvögeln und Raubtieren als Nahrung und tragen durch ihre Nahrungssuche zur Verbreitung von Samen bei.
In der Nähe des Menschen können sie jedoch schnell zum Problem werden. Dringen Mäuse in Gebäude ein, können sie Lebensmittel verunreinigen, Materialien beschädigen und sich unbemerkt vermehren.
Werden Mäuse oder typische Spuren eines Befalls entdeckt, sollte deshalb frühzeitig gehandelt werden. Unsere ExpertInnen unterstützen Sie dabei, einen Mäusebefall fachgerecht einzuschätzen und geeignete Massnahmen einzuleiten.