27 Januar 2026
Kriechende Insekten
Nicht selten bringen Reisende kleine, blutsaugende Gäste mit nach Hause: Bettwanzen. Die nachtaktiven Insekten ernähren sich von Blut und verstecken sich tagsüber gut geschützt in Matratzen, Bettgestellen oder Möbeln. Ein erstes Anzeichen sind häufig juckende Bettwanzenstiche, die je nach Person unterschiedlich stark sichtbar sind.
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Bettwanzen sind nachtaktive Blutsauger, die während unseres Schlafs meist unbemerkt zustechen. Im Alltag wird oft von "Bettwanzen-Bissen oder Wanzenbissen" gesprochen, jedoch beissen Bettwanzen nicht, sondern stechen mit ihrem Stechrüssel in ein Blutgefäss, um Blut zu saugen.
Dabei geben sie einen Speichel ab, der leicht betäubend wirkt und verhindert, dass das Blut gerinnt. Deshalb bemerken die meisten Menschen den Stich zunächst nicht. Eine Blutmahlzeit dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten.
Bettwanzen stechen vor allem an unbedeckten Körperstellen, wie Nacken, Schultern, Armen, Beinen oder Rücken. Unter Kleidung stechen sie eher selten. In der Regel benötigen sie alle drei bis sieben Tage Blut. Bei warmen Temperaturen und guter Verfügbarkeit von Wirten können sie jedoch deutlich häufiger aktiv sein.
Menschen sind ihr Hauptwirt. Bei längerer Abwesenheit können jedoch andere Warmblüter wie Hunde, Katzen oder in seltenen Fällen Vögel als Ersatzwirte dienen. Angelockt werden Bettwanzen vor allem durch Körperwärme, Kohlendioxid aus der Atemluft und menschlichen Körpergeruch.
Bettwanzenstiche zeigen sich meist als kleine, gerötete Quaddeln oder Pusteln, die unterschiedlich stark jucken oder anschwellen können. Die Hautreaktion wird durch den Speichel der Bettwanzen hervorgerufen und hängt vom Immunsystem ab: Ca. 20 % der Betroffenen entwickeln kaum sichtbare Veränderungen, andere reagieren mit starkem Juckreiz, Rötungen oder entzündeten Hautstellen, die mehrere Tage anhalten.
Ein typisches Merkmal der Wanzenbisse ist die sogenannte "Wanzenstrasse". Da Bettwanzen beim Stechen nicht immer sofort ein Blutgefäss treffen, stechen sie oft mehrmals dicht nebeneinander. Treten Stiche also in Gruppen oder in einer Linie auf, kann dies auf einen Bettwanzenbefall hinweisen. Weitere Anzeichen können kleine Blutflecken auf der Bettwäsche, dunkle Kotspuren oder Häutungsreste der Wanzen in der Nähe des Bettes sein.
In den allermeisten Fällen sind Bettwanzenstiche nicht gesundheitsschädlich. Nach aktuellem Wissensstand übertragen Bettwanzen keine Krankheiten. Allerdings können die Stiche psychischen Stress, Unruhe und Schlaflosigkeit verursachen.
Die Beschwerden der Stiche lassen sich meist gut mit kühlen Kompressen, beruhigenden Cremes oder Antihistaminika lindern. Auch wenn der Juckreiz unangenehm ist, sollten die Stiche möglichst nicht aufgekratzt werden, da dies das Risiko von Entzündungen und bakteriellen Infektionen erhöht.
In sehr seltenen Fällen können Stiche stärkere allergische Reaktionen auslösen, zum Beispiel Schwellungen, Atemprobleme oder einen anaphylaktischen Schock. In diesem Fall sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Bettwanzen lassen sich nicht allein anhand von Stichen sicher identifizieren. Auch Flöhe, Mücken oder andere Wanzenarten können ähnliche Hautreaktionen verursachen. Wiederholt auftretende, unerklärliche Insektenstiche sollten daher zunächst von einer Fachperson beurteilt werden, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.
Für eine sichere Feststellung empfiehlt sich eine professionelle Untersuchung, mit einem Bettwanzenspürhund. Dieser erkennt Bettwanzen und ihre Verstecke deutlich zuverlässiger als das menschliche Auge. Wird ein Befall bestätigt, können gezielte Massnahmen zur Bekämpfung ergriffen werden.